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Ein Jahr der Extreme – Was lernen wir daraus?  

2020 geht in vielerlei Hinsicht in die Geschichte ein – auch an den Finanzmärkten.

Auf das gesamte Jahr betrachtet erreicht der Welt-Aktienindex inklusive Dividenden einen Gewinn von über 15%. Das ist rund das Doppelte einer «normalen» Jahresleistung – und das im Umfeld eines historischen Wirtschaftsabschwungs.

Vorsicht bei kurzfristigen Prognosen

Ich halte überhaupt nichts von kurzfristigen Prognosen. Niemand weiß heute wo       z. B. der Dow Jones am 31.12.2021 steht. Ökonomen, Anlagestrategen der Banken, sonstige Experten überbieten sich regelmäßig mit kurzfristigen Prognosen. Eigentlich verbergen sie mit diesem Versuch bloß ihr eigenes Nichtwissen.

Erst im Rückblick, mit Ausbreitung der Pandemie, mit dem Wissen um die globale Rezession und um den Börsencrash im März 2020 erscheinen Aussagen aus Ende 2019 / Anfang 2020 töricht.

Dann ging es Ende März / Anfang April 2020 mit Kurzfristprognosen so richtig los. Die sogenannten Experten oder Schwarzmaler hatten Hochkonjunktur.  Das war ganz schlimm. Angst schüren steigert die Zahlen deren Follower in den sozialen Medien, steigert deren Bücherverkauf oder sie bieten ihre selbstinitiierten teuren Fonds  an. Viele Tipps dürften für Anleger schmerzlich gewesen sein, sind sie solchen Ratschlägen gefolgt. Wenn man z. B. erzählt bekommt dass die globalen Aktienmärkte bald in „Schutt und Asche“ liegen und dann emotional gefangen ist verkauft man vielleicht Positionen zu einem ungünstigen Zeitpunkt.

Ungewissheit ist Gift für die Finanzmärkte

Mit großer Unsicherheit können die Finanzmärkte nicht umgehen.

Die rasante Ausbreitung der Pandemie konfrontierte die Finanzmärkte mit vollkommener Ungewissheit.

Das führt zu extrem hoher Volatilität an den Märkten. Es hat dann wenig mit effizienter Informationsverarbeitung zu tun.

Achte auf die FED

Sobald die Panik unter den Zentralbanken beginnt, endet die Panik an den Märkten.

Am 23. März 2020 verkündete Fed-Chef Jerome Powell potenziell unlimitierte Käufe von Unternehmensanleihen und ging somit «all in». Anfang April doppelte er nach und weitete das Anleihekaufprogramm auf Papiere ohne Anlagequalität («Junk Bonds») aus.

Das stoppte die Panik und läutete die Trendwende an den Börsen ein.

Die Crash–Propheten als sogenannte Experten wurden hier kalt und wie Anfänger erwischt. Zitat aus dem Buch „Einfach genial entscheiden im Falle einer Finanzkrise“ von Prof. Walz: „Zudem fällt eine extrem arrogante und selbstherrliche Grundeinstellung der meisten Crash-Propheten auf, ganz nach dem Motto Außer mir sind alle blöd.“

Geschichte wiederholt sich nicht immer

Frühere extreme Krisen an den Finanzmärkten, wie die Finanz- und Immobilienkrise 2008 / 2009  wiesen meist zwei Merkmale auf:

  1. Das auf dem Höhepunkt der Panik erreichte Tief an den Börsen im Prozess der Bodenbildung wurde zeitnah nochmals getestet.
  2. Es ereignete sich ein spektakulärer Pleitefall – so 2008 Lehman Brothers

Der Tiefpunkt vom 23. März 2020 wurde bisher nicht mehr getestet, und der Corona-Crash forderte auch bisher keinen spektakulären Fall eines Schwergewichtes.

Emotionen sind Renditekiller

Jede Anlegerin, jeder Anleger definiert normalerweise in nüchternem, emotionslosem Zustand eine Portfolio-Allokation, basierend auf der eigenen Risikotoleranz.

Sinn dieser Strategiefestlegung ist es, sich nicht von Emotionen steuern zu lassen, falls die Märkte hoch volatil sind.

Dazu gehören auch definierte Kauf- beziehungsweise Rebalancing-Termine. Sie sind ein Anker wenn man Gefahr läuft, von der allgemeinen Panik an den Märkten gelähmt zu werden.

 

Ihr Jürgen Schäflein

Certified Financial Planner

Honorar – Anlageberater

Investor Coach

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